J. G. Seume’s
sämmtliche Werke.

Vierte rechtmäßige Gesammtausgabe
in acht Bänden.

Erster Band.

Mit dem Bildniß Seume’s.

Leipzig,
Joh. Friedr. Hartknoch.
1839.

Inhalt des ersten Bandes.

Mein Leben1
Fortsetzung von Seume’s Leben, mitgetheilt von C. A. H. Clodius99
Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. Erster Theil153

Inhalt des zweiten Bandes.

Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802. Zweiter Theil1
Anmerkungen zum Spaziergang nach Syrakus von V. H. Schnorr v. K.205

Mein Leben.

Veritatem sequi et colere, tueri justitiamomnibus aeque bene velle ac facere,nil extimescere.

Das Mißliche einer Selbstbiographie kenne ich so gut als sonstirgend Jemand; und ich halte mich für nicht wichtig genug, daßüberhaupt mein Leben beschrieben werde. Wenigstens wäre esnach vierzig Jahren noch Zeit genug. Ein angesehener Buchhändlerbot mir vor einigen Jahren, als die Aspekten am litterarischenHimmel noch besser standen, eine beträchtliche Summe, wenn ichihm die psychologische Geschichte meiner Bildung schreiben wollte.Ich gebe mich aber nicht gern zu dergleichen Spekulationen her;und es geht etwas wider mein Wesen, auf meine Kosten, vielleichtetwas eigenthümlich, einige allgemeine Wahrheiten zu sagen, diedie eine Hälfte längst weiß und die andere Hälfte nicht wissen will.Folgendes hat mich indessen bestimmt, etwas über mich selbst zusagen. Schon Herder, Gleim, Schiller und Weiße und mehrerenoch Lebende haben mich aufgemuntert, nach meiner Weise dieUmstände meines Lebens, das sie wohl für wichtiger hielten, alses war, schriftlich niederzulegen. Ich glaubte, das wäre im achtzigstenJahre noch frühe genug; aber meine jetzigen Gesundheitsumständeerinnern mich, es nicht zu verschieben, wenn es geschehensoll. Mehrere meiner Freunde drohen mir, wahrscheinlich genug,daß ich auf alle Fälle einem Biographen doch nicht entgehenwürde: und da fürchte ich denn, einem Sudler, oder Hyperkritiker,oder gar einem schalen geschmacklosen Lobpreiser in die Händezu fallen. Niemand kann doch besser wissen, was an und in ihmist, als der Mann selbst, wenn er nur redliche Unbefangenheit undKraft genug hat, sich zu zeigen, wie er ist. Ich überlasse es jedem,der etwas von mir weiß, zu urtheilen, ob das, was er vonmir weiß, das Gepräge dieser Unbefangenheit

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